Die Kurve zeigt wieder nach oben

18. März 2024
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Die Weltcup-Saison 2023/24 ist zu Ende – und auch wenn immer Wünsche offen bleiben: das Wichtigste ist geschafft! Es war mein großes Ziel, in diesem Winter in die Erfolgsspur zurückzukehren und eine solide Basis dafür zu schaffen, wieder ganz an der Spitze mitmischen zu können. Denn für Träumereien bleibt im Spitzensport kein Platz – vor einem Jahr war ich von erfolgreichem Rennfahren so weit entfernt, dass es nur zu weiterem Frust geführt hätte, mir unrealistisch hohe Ziele zu stecken.

Was hatte ich mir vorgenommen?

Nachdem die Wunden – seelisch und körperlich – verheilt waren, konnte im Sommer die Arbeit mit dem neuen Trainer- und Betreuerteam, das der ÖSV für uns zusammengestellt hatte, beginnen. Teambuilding, Konditionsarbeit, Technikumstellungen: Es gab jede Menge zu tun und lange fiel es mir schwer, konkrete Ziele zu formulieren. Ich wollte die Freude und Lockerheit wieder finden, mit dem Druck der Öffentlichkeit besser umgehen lernen, meine innere Zufriedenheit nicht mehr so sehr von Ergebnissen abhängig machen. Es waren viele kleine Schritte, die ich gegangen bin, und es hat sich gelohnt.

Verdoppelung der Punktezahl

Als das Vertrauen in mich selbst wieder hergestellt war, habe ich im Herbst 2023 für mich die Ziele etwas konkreter formuliert, ohne sie an die große Glocke zu hängen:

  • Die Punktezahl im Gesamtweltcup verdoppeln, jedenfalls die 400 Punkte-Marke erreichen. Geworden sind es 447. Ziel erreicht.
  • In der Slalom-Weltrangliste von Platz 20 wieder in Richtung erste Startgruppe (top 7) kommen. Ziel erreicht.
  • Im Riesentorlauf möglichst viele Platzierungen unter den top 15 erreichen, um eine Startnummer in der zweiten Gruppe zu bekommen. Ziel noch nicht erreicht.
Erfreulich stabile Slalomsaison

Dass es gerade im Slalom Höhen und Tiefen gibt, darauf muss man sich einstellen. So kam es dann auch: Einem wunderbaren dritten Platz zum Auftakt in Levi folgten schmerzhafte Rückschläge in Killington und Courchevel (nach Platz drei im ersten Durchgang). Das Erfreuliche: Ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen, und so stehen in der Bilanz nach elf Rennen acht top ten-Platzierungen.  Das ist Ausdruck der Stabilität, die ich mir gewünscht habe. Noch fehlt ein kleines Stück Selbstvertrauen fürs Mitmischen ganz an der Spitze, aber daran kann ich nun mit der neu gewonnenen Zuversicht arbeiten.

Riesentorlauf – ein etwas weiterer Weg

Zwei gute Riesentorlaufergebnisse (11. Plätze in Killington und Mt. Tremblant) haben mir vor Weihnachten viel Zuversicht gegeben, dass auch in diesem Bewerb weitere Schritte folgen. Leider ist das so nicht eingetreten, obwohl wir viel an der Technik und auch am Material gearbeitet haben. Ich fahre so gerne Riesentorlauf und werde wieder viel investieren, damit die gewünschten Ergebnisse kommen. Dass es möglich ist, habe ich ja 2021 mit der WM-Medaille erlebt. Und jetzt hat es Lara Gut-Behrami gezeigt. Jahrelang musste sie verzweifelt um Top-Ergebnisse im Riesentorlauf kämpfen, und nun ist sie Gewinnerin der Disziplinen-Kugel.

Verletzungsfreie Saison

Die vielen Unfälle haben es drastisch aufgezeigt: Wer nach dem Weltcupfinale gesund im Ziel steht, hat allen Grund, dankbar zu sein. Natürlich ist es in den technischen Disziplinen nicht ganz so dramatisch, aber auch bei mir hätte gerade der Sturz beim Riesentorlauf in Are auch schlimme Folgen haben können. So gibt es jetzt zwar nach der Saison noch jede Menge von Terminen, aber ich kann sie gesund und mit einem guten Gefühl in Angriff nehmen. Und dann freue ich mich sehr auf einige Urlaubstage!

DANKE

Spitzensport zu betreiben ist nur möglich, wenn man auf allen Ebenen unterstützt wird. Es sind so viele Menschen, die mir helfen – gebt mir ein paar Tage Zeit, dann melde ich mich gerne zu diesem Thema mit einem neuen Blog.

Bis dahin – tausend Dank für eure Unterstützung, sie bedeutet mir so viel!

Herzlich,

Eure Katharina   😉

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