Olympische Spiele in Innsbruck

6. Februar 2026
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Wenn man mit einem humorvollen Blick durchs Leben geht, kann man den sogenannten Zufällen, die das Leben bereithält, auch in schwierigen Phasen etwas abgewinnen. Heute beginnen in Cortina die Olympischen Winterspiele – ein Ereignis, auf das ich mich vielleicht mehr gefreut habe als auf jedes andere Sportereignis in meinem Leben.

Fernsehmarathon statt Medaillenjagd

Pyeongchang 2018 und Peking 2022 waren zweifelsohne prägende und erfolgreiche Spiele für mich. Die drei gewonnenen Medaillen werden immer einen Ehrenplatz in meiner Sammlung haben. Aber Cortina hätte sich ganz anders angefühlt: diese einzigartige Alpenregion mit unvergleichlicher Skigeschichte, die enge Verbindung meiner Familie speziell zu diesem Ort: Hier in der Nähe ist mein Opa Albert zur Welt gekommen,  hier wurde Toni Sailer vor 70 Jahren zur Schi-Legende, hier durfte ich vor 5 Jahren Doppelweltmeisterin werden und die Bronzemedaille im Riesentorlauf gewinnen.  Was hätte es Schöneres geben können als in Cortina bei den Olympischen Spielen teilzunehmen?

Es wäre nicht ehrlich zu sagen, dass die kommenden Tage für mich vollkommen leicht werden. Vor allem dann, wenn meine Disziplinen ausgetragen werden, werden innere Bilder auftauchen – Erinnerungen an Emotionen, an Momente voller Energie und Leidenschaft. Das gehört dazu. Ich lasse diese tiefen Gefühle zu und lasse sie vorüberziehen, um aus der aufsteigenden Begeisterung Kraft für Neues zu schöpfen.

Fakt ist: Ich werde vor dem Fernseher sitzen, zuschauen und fest die Daumen drücken – vor allem natürlich für das gesamte österreichische Team. Ich wünsche allen Athletinnen und Athleten von Herzen, dass sie erleben dürfen, wie es sich anfühlt, wenn große Träume wahr werden.

Fortschritte im Hier und Jetzt

So schließt sich für mich der Kreis der besonderen Lebenslinien: Während in Cortina um Medaillen gekämpft wird, verbringe ich die erste Olympiawoche ausgerechnet in Innsbruck – jenem Ort, an dem Franz Klammer vor 50 Jahren (am 5. Februar 1976) am Patscherkofel österreichische Sportgeschichte geschrieben hat. Olympische Spiele 2026 in Innsbruck statt in Cortina – was für eine besondere Begebenheit, der ich da ausgeliefert bin.

Seit gut einem Monat stehen für mich Erholung, Rehabilitation und ein behutsamer Aufbau im Mittelpunkt. Nach mehreren Wochen mit notwendigen Ruhezeiten und intensiver täglichen Therapieeinheiten, die ich mit großartiger Unterstützung (vielen Dank vor allem an Manuel Hofer im Olympiazentrum Dornbirn) bestmöglich verbunden habe, bin ich am 1. Februar ins Reha-Zentrum Huber und Mair nach Innsbruck gekommen, um hier für 14 Tage konzentriert an meinem Aufbau weiterzuarbeiten. Die Betreuung ist hervorragend, und es tut gut, mich ganz auf die einzelnen Anwendungen und Trainingseinheiten konzentrieren zu können – Schritt für Schritt, ohne Eile.

Wo stehe ich heute? Mental konnte ich den Sturz bereits gut verarbeiten, körperlich entwickeln sich die Dinge in dem Rahmen, den mir mein Operateur Dr. Fink vorhergesagt hat.  Für mich ist es aktuell besonders wichtig, geduldig zu bleiben, nicht zu viel zu wollen und kleine Fortschritte bewusst wahrzunehmen. Jeder konstruktiv gelebte Tag, jedes positive Gefühl ist ein Zeichen dafür, dass der eingeschlagene Weg für mich richtig ist.

Im Vordergrund steht dabei nicht ein fernes Ziel, sondern das Vertrauen in den Heilungsprozess und in meinen Körper – und die Erleichterung, wie mit der Zeit auch die Zweifel leise werden und die tiefe Zuversicht wächst für den weiten Weg, der noch vor mir liegt.

Genießen wir die Winterspiele!

Zunächst werde ich die Olympischen Spiele möglichst intensiv verfolgen – diesmal aus einer anderen Perspektive. Vielleicht ist diese Beobachtungsposition sogar eine echte Chance, die Wettkämpfe, die Sportarten und den gesamten Rahmen bewusster wahrzunehmen, als es mir sonst möglich war. Vom aktiven Teilnehmen zum Mitfiebern, Mitfreuen und Staunen.

Ich werde mich zwischendurch sicher melden – auf meinen Instagram- und Facebook-Kanälen und natürlich auch hier.

Bis dahin wünsche ich euch spannende Wettkämpfe, viele großartige Augenblicke und hoffentlich ganz viel Freude mit österreichischen Erfolgen.

Alles Liebe und Gute

Eure Katharina   😉

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